Trainingsinhalt

Der Inhalt des Nahkampftrainings lässt sich als Übungsgegenstand mit methodischer Bedeut-samkeit charakterisieren, welcher auf Grundlage eines Ausbildungskonzeptes umgesetzt wird, das als Programm und Angebotsform das Training bestimmt und die jeweiligen Übungsfelder als eigenständige Aktionsbereiche voneinander abgrenzt.


Konstitutioneller Trainingsbereich zur Förderung der Fitness:

- Lauf- und Hüpfübungen, Ballspiele, Staffelspiele
- Klimmzüge und andere Armzugübungen
- Kniebeuge und Beinpressübungen
- Liegestütze
- Bauchkontraktionsübungen
- Rückenkräftigungsübungen
- Dehnungs- und Flexibilisierungsübungen
- Geschwindigkeitsbezogenes Aktions- und Schnellkrafttraining
- Verknüpfung verschiedener Handlungssegmente und Übungsmodule


Grundlagenbereich zur Förderung fundamentaler Bewegungsformen:

Übungen im

- Fallen und Rollen
- Stehen
- Ausweichen
- Blocken
- Schlagen
- Treten
- Würgen
- Transportieren
- Halten
- Festlegen
- Werfen


Bereich verteidigungsbezogener Abwehraktionen und Befreiungstechniken:

Übungen gegen

- Haarzug
- Würgegriff
- Kragengriff
- Hand- und Armgriff
- Kopfumklammerung
- Rumpfumklammerung
- Nelson
- Faustschlag, Handkantenschlag und Handballenstoß
- Fußtritt
- Stockhieb, -druck oder -stoß
- Messerstich, -stoß oder -schnitt
- Bedrohung mit einer Faustfeuerwaffe
- Strangulation


Bereich von Schutz- und Sicherheitshandlungen unter besonderen Situationsvorgaben:

Verteidigung mit einem Kurzstock (bis 60cm) gegen diverse bewaffnete Angriffe zur Förderung der Situationskon-trolle mit dem Ziel einer möglichst geringen Schädigung des Angreifers.

Verteidigung mit verbundenen Augen gegen verschiedene Kontaktangriffe zur Förderung der Situationskontrolle ohne visuelle Wahrnehmungsfähigkeit.

Verteidigung mit gefesselten Händen gegen diverse unbewaffnete und bewaffnete Angriffe zur Förderung der Situ-ationskontrolle mit einer eingeschränkten körperlichen Aktionsmöglichkeit.

Verteidigung mit gefesselten Füßen wie vorstehend erläutert.

Verteidigung gegen vier unbewaffnete Angreifer zur Förderung der Situationskontrolle und Gefahrenabwendung bei einem waffenlosen Angriff mehrerer Personen.

Verteidigung gegen vier bewaffnete Angreifer zur Förderung der Situationskontrolle und Gefahrenabwendung über die Beherrschung besonderer Bedrohungslagen.


Bereich von Kampfübungen zur Förderung der Handlungsfähigkeit bei körperlichen Gewaltübergriffen:

Kampfformen

- Stand-Distanz-Sparring (Schlagen und Treten)
- Stand-Kontakt-Sparring (Fassen und Werfen)
- Boden-Sparring (Fassen, Gleichgewicht brechen, auf den Rücken legen, festhalten)
- Multisparring (Mehrkampf als Summe der vorangegangenen Kampfformen)


Bereich kognitiven Wissens und rationaler Überlegungen:

Disziplin/Ebene

- Recht (Notwehr und Notstand, Körperverletzung, Waffengesetz)
- Anatomie (Biomechanik, Vitalpunkte)
- Medizin (Gesundheitspräventive Maßnahmen, Erste-Hilfe)
- Methodik/Didaktik (Arbeitsweisen, Lehr- und Ausbildungsverfahren)
- Nahkampftheorie (historische und philosophische Aspekte)
- Pädagogik (erziehungswissenschaftliche Aspekte)
- Psychologie (Ein-schätzungen, Krisenintervention)


Bereich weiterer spezieller Anforderungen zum jeweiligen Instructor-Level (zu jeder Dan-Graduierung):
- Vorlage einer aktuell gültigen Teilnahmebescheinigung über eine Ausbildung in Erster Hilfe (8 Doppelstunden)
- Bewältigung und Erreichung des Close Combat Leistungsabzeichens in Bronze, Silber oder Gold
- Darlegung gründlicher und umfangreicher Kenntnisse im Bereich des Nahkampfs und der Selbstverteidigung
- Veranschaulichung taktischer, strategischer und systemischer Aspekte, Strukturen und Ausprägungen
- Vorführung aller Grundtechniken in Kombination als zusammenhängende Bewegungsform
- Beendigung von Selbstverteidigungstechniken mit einer Festlege- oder Transporttechnik
- Anpassung des Verhaltens und der Verteidigungshandlungen an situative Veränderungen (Improvisation)
- Demonstration der Umgangsfähigkeit mit verschiedenen Waffen und gefährlichen Gegenständen
- Aufzeigen von Abwehrhandlungen im Rahmen der Nothilfe unter verschiedenen Situationsvorgaben
- Darlegung von umfangreichen praktischen nahkampf- und selbstverteidigungsbezogenen Fertigkeiten
- Nachweis über einen Schulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine seriöse Berufsausübung
- Mitwirkung an der Qualitätsentwicklung und -sicherung im Nahkampf- und Selbstverteidigungsbereich
- Durchführung der selbständigen und eigenverantwortlichen Ausbildung eines eigenen Personenkreises
- Leitung einer eigenen Schule mit der Schaffung von Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten
- Ausbildung von mindestens einem weiteren Instructor (Danträger) als Ausbilder und Nachfolger
- Teilnahme an einer regelmäßigen Fort- und Weiterbildung sowie aktive Mitarbeit in der Close Combat Association
- Erarbeitung, Einrichtung und Etablierung eigener Übungs-, Trainings- und Ausbildungsmethoden
- Begründung und Entwicklung eines eigenen Nahkampfstils und Selbstverteidigungssystems